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Molekulargenetische Diagnostik
Die molekulargenetische
Diagnostik bietet die Möglichkeit, mittels submikroskopischer
Verfahren das genetische Material zu untersuchen. Ein
aktuelles Beispiel sind die Identitäts-Tests in
der Rechtsmedizin, die mit extrem hoher Präzision
das DNA-Profil von Personen ermitteln können,
und mit deren Hilfe bereits viele Täter überführt
wurden.

Mehrere Tausend
molekulare Gendefekte sind bis heute als Ursache von
Erkrankungen bekannt. International hat sich dabei
die Nummerierung nach der Mendelian
Inheritance in Man (MIM) durchgesetzt. Mehrere Hundert werden
heute routinemäßig in dafür eingerichteten
Labors getestet. Bei jedem bekannten Gendefekt ist
es wichtig zu wissen, ob er zwangsläufig zu der
Erkrankung führt (Penetranz) und wie stark die
Erkrankung ausgeprägt sein wird (Expressivität).
Erberkrankungen sind entweder durch einzelne Gendefekte
bedingt ("Mendel'scher Erbgang") oder aber
"multifaktoriell" bedingt, d.h. dass sowohl genetische als auch
Umwelteinflüsse bei der Entwicklung eine Rolle
spielen. Bei letzteren ist dementsprechend die genetische Diagnostik,
falls sie verfügbar ist, nur bedingt aussagefähig
und bedarf einer vorsichtigen Interpretation.
Jede genetische
Diagnostik sollte nur in Verbindung mit dem Angebot
einer genetischen Beratung
erfolgen, um Fehlinterpretationen und Missbrauch
vorzubeugen. In vielen Fällen wird auch eine psychologische
Betreuung sinnvoll sein.
Voraussetzung
für eine genetische Analyse ist die Isolierung
des genetischen Materials, der DNA (oder DNS, Desoxyribonukleinsäure),
aus einer Blutprobe oder aus Gewebe. Für die Routine
eignen sich am besten Blutproben in EDTA-Röhrchen,
die z.B. auch für ein Blutbild verwendet werden.
EDTA ist ein Zusatzstoff, der die Blutgerinnung hemmt.

DNA-Fragmente, sichtbar gemacht in einem Agarose-Gel.
Von den heute
gebräuchlichen Verfahren basieren die meisten
auf der Polymerase-Kettenreaktion (PCR), bei
der kleinste Abschnitte des Genoms millionenfach vervielfältigt
("amplifiziert") werden können. Dies
erlaubt erst das Sichtbarmachen genetischer Veränderungen.
Für verschiedene
molekulargenetische Tests werden in Deutschland freiwillige
Maßnahmen zur Qualitätssicherung
durchgeführt. Diese sollen bei den Teilnehmern
eine möglichst hohe Qualität der Leistung
gewährleisten.
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